Sonntag, 12. September 2021

Gernot Kollmann - Immich Batterieberg


"Die schönste Zeit...". Wann war denn nochmal das Konzert von Bosse beim Weingut Immich-Batterieberg?? fragte ich Gernot Kollmann in facebook.
Bin am Bilder sichten, Mosel von 2011 bis jetzt.... Da waren schon tolle Weinproben dabei. Weinerlebnisse. Besuch bei Freunden. Mit Freunden. Höre gerade die Musik dazu.
Ja, und jetzt ist es schon wieder eine ganze Weile her, seit wir dort waren. Also "Mosel reloaded". Detonation!! Irgendwie schon. Spätestens jetzt weiß ich wieder, warum ich die Mosel Rieslinge mit ihrer feinen Kräuterwürze und ihrem schiefrigen Klang so mag. Oder so vermisst habe. Und das ist nur die Zusammenfassung. Tolle Probe bei dir wieder, Gernot. Wie früher und noch besser

















Samstag, 21. August 2021

Die Heilige Lucija von Krk

Sveta Lucija - Einzigartig! Autochton! 

Sveta Lucia, nach dem Urlaub zuhause auf der Terrasse

War nicht leicht zu finden, die Ecke da auf der Insel Krk und der Ort Vrbnik. Wir haben uns mehrfach verfahren und dabei herrliche Buchten und Ausblicke auf die Dalmatische Küste und die Karstinseln entdeckt -  bis wir endlich das Weingut KATUNAR gefunden haben. Gefühlt im hinterletzten Kaff, seltsame Leute dort ....oder waren wir nach der stundenlangen Suche nach dem Weingut auf dieser Karst Insel auch seltsam geworden? 
Doch wie schön war es nun schließlich diese einzigartige kleine Weinlandschaft kennen zu lernen. Ein kleines Tal zwischen bewaldeten karstigen Hügeln, wo die abendliche Meeresbrise durch die Reben bläst und die Blätter und die Trauben gesund hält. Und wie schön war es dann diesen aussergewöhnlichen sanften Wein zu probieren. Der dazu noch so wunderschön schmelzig rüber kommt mit seinen 13% Alc. Er legt sich ganz zart auf die Zunge. Am Anfang Zimtstangen, nein eher Muskatblüte, und dann kommen noch Zitronenzesten dazu von ganz reifen Zitronen, eher in Richtung Bergamotte. Ein feiner Säurekick! Pulverdampf hat der der Wein auch, sprich. Energie! Ein bisschen Birne kommt jetzt. Ach, toll. Die Aromen, der Wein ist einzigartig!! Kaum zu beschreiben.  Doch ich habe mich bemüht ;-)

Weinbau auf Krk


Weinbeschreibung von Katunar:

Žlahtina sv. Lucija

Dieser Wein wird aus Žlahtina Bijela hergestellt, der autochthonen Weinsorte der Insel Krk, die auf dem Standort Supele in der Nähe des für die Tafel von Baška berühmten Kirchleins Sv. Lucija wächst.
Wegen dieser Lage bezaubert er durch tiefere Töne seiner gelbgrünen bis goldgrünen Farbe. Die Aromen erinnern an Quitten, Pfirsiche, Zitrusfrüchte, Rosen… Das Spiel von Säure und Zucker zeigt seine Eleganz, oder Grandezza, wie man es noch sagen könnte.
Die Mineralität ist betont und ein schöner, edler Endgeschmack nach Ananas und reifen Trauben gibt dem Wein eine elegante Süße, die noch eine Weile angenehm auf dem Gaumen bleibt.
Wir empfehlen ihn zu allen Gerichten aus weißem Fleisch, Fisch, Nudeln oder Reis mit Meeresfrüchten, aber auch zu Brodetto mit Maisbrei und zu bekanntem Lammfleisch aus Krk.

Kvarner Scampi, frisch aus dem Adriatischen Meer
In einer Konoba bei Rijeka: Kvarner Scampi, frisch aus dem Adriatischen Meer
mit der traditionellen Beilage aus Mangold-Kartoffelgemüse


wikipedia

Žlahtina ist ein Weißwein aus der Gemeinde Vrbnik auf Krk (Kroatien). Die für den Wein verwendete Rebsorte ist eine autochthone Art, die nur in der Umgebung von Vrbnik im östlichen Zentrum der Insel sowie bei Crikvenica auf dem Festland wächst. Der Žlahtina und andere Weißweine aus Vrbnik sind für ihren mineralischen Charakter bekannt.

Als Bela Zlathnina und Zlahtina wird in Slowenien (→ Weinbau in Slowenien) auch die Rebsorte Gutedel bezeichnet. Ob bei der kroatischen Rebsorte Žlahtina ein Zusammenhang zum Gutedel besteht, ist nicht bekannt. Aufgrund der späten Reife der Sorte Žlahtina erscheint ein Zusammenhang jedoch unwahrscheinlich.

Siehe auch den Artikel Weinbau in Kroatien sowie die Liste von Rebsorten. (Quelle: wikipedia)

Weinlandschaft bei Vrbnik auf Krk


Und hier noch Infos zu benachbarten Weingütern:

Der Žlahtina ist der einzige Wein der Produktionsgemeinschaft Gospoja. Hier haben sich eine Gruppe von kleinen Weinbauern zusammengefunden, um einen der bekanntesten Weißweine Kroatiens zu produzieren. Franjo Toljanić macht aus dem Žlahtina einen frischen, jungen Weißwein, der vor allem im Sommer gut und viel getrunken wird.
Zentrum des Weinanbaus auf Krk ist der Ort Vrbnik, auf der dem Festland zugewandten Seite der Insel. Vrbnik war der Sitz der Frankopanenfürsten, die lange Zeit das Geschehen bestimmten. Heute gilt Vrbnik als eine Hochburg des Weißweins. In einer ganzen Reihe von Konobas können Sie den Vrbnička žlahtina probieren. Der Misno Vino (siehe Bild unten) ist eigentlich ein Dessert Wein. (Quelle: unbekannt)

"Agricultural family farm Toljanić was established in 1995. Based on the centuries-old family tradition of growing indigenous wine variety – Zlahtina. In addition to growing grapes and wine production Toljanić family has expanded it to hospitality in order to offer their product through their own restaurant. Žlahtina is a first-rate quality wine produced in an area of about 120 hectares in Vrbnička valley on the island of Krk in Croatia. Zlahtina Toljanić has received a series of official recognition and the right to a protected label, “Original Croatian” among 80 other products, and ranks fourth on the list of the most famous Croatian wines (Pošip, Dingač, Ivan Dolac, Zlahtina)." (Quelle: wine and more)






Alle Fotos © Ute Mangold, wiesengenuss

Freitag, 20. August 2021

PORTUGALS WEINE - Still a Secret Spot?


© wiesengenuss
Wein aus Portugal? Immer noch voller Rätsel für mich. Gedankensplitter tauchen auf: Autochthone Rebsorten, Indigenous. Gemischter Satz, Kleine Parzellen, Secret Spots. Nordhänge. Granit, Schiefer, Sand, Staub - Poeira. Atlantisches Klima vs. Kontinentales Klima. Estremadura. Schwarze Schweine, Korkeichen. Wilde Weine. Die Bilder der großartigen Landschaft des Douro Tals. Die Atlantikküste. Porto. Das weiße Lissabon....
Ja, ich möchte dieses Land, die Menschen und ihre Weine näher kennen lernen...

Normalerweise ist es schwierig für mich, über ein Land und seine Weine zu schreiben, in dem ich noch nicht war... Ach doch, ich war ja schon mal da, auch wenn es viele Jahre her ist. Mitte der achziger Jahre, nach dem Abi, mit dem VW Bus. Die ganze Iberische Halbinsel haben wir umrundet. In Portugal am Strand gecampt. Ich erinnere mich noch als wir morgens mitten auf einem Fischermarkt aufgewacht sind. Auweia. Nachts hatten wir diesen Strandabschnitt für einen einsamen gehalten - morgens waren dann die Marktstände rings um uns aufgebaut. Aber die Fischer fanden das lustig und wir auch. Zum Frühstück: frisch gefangener Fisch, Kaffee und Gauloises ohne Filter. Und ich erinnere mich auch noch an das Douro Tal, das wir von einem Stausee südlich von Zamora in Spanien auf dem Weg nach Porto durchquerten. Eine Holperstraße, Pflastersteine. Kopfschmerzen. Aber diese großartige Landschaft, gigantische Weinberge! Extrem. Fast wie im Wallis. [...]

Donnerstag, 19. August 2021

MINERALITÄT, SALZIGKEIT oder alles nur Chemie?



Weinrallye #66 Rätsel im Wein - Wein im Rätsel: Mineralität, Salzigkeit oder alles nur Chemie?


Kann man Steine trinken? Mineralien im Wein? Salz? Ein Weinfehler oder eine Aromentäuschung? Ist ein Wein, der auf steinigen Böden wächst, wirklich mineralischer bzw. salziger, als ein Wein der flach im Mutterboden wurzelt? Hängt dieser Geschmackseindruck wirklich mit dem Untergrund zusammen oder einfach nur mit den fehlenden blumigen oder fruchtigen Noten in einem Wein? Ist es mal wieder Weinlatein oder Winzerblabla?

Rätselhafter Wein. Fragen über Fragen. Auch in Diskussionsrunden wie dem Weinforum werden sie gestellt. Wo blieben die analytischen Nachweise der Salze oder Mineralien im Wein? Mikrokonzenrationen? [...]

Mittwoch, 18. August 2021

Frauerle & Blatterle - Autochthone Rebsorten aus Südtirol

FRAUELER & BLATTERLE - Autochthone Rebsorten aus Südtirol - Weinrallye #40


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Juval - Glimmer - Jahrgang 2009

beschwingtes, anregendes Cuvé aus Müller-Thurgau, Blatterle und Fraueler mit einer Besinnung auf die Tradition der Vinschgauer Hausweine mehrere Rebsorten zu einem Wein zu vereinen.

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Urlaub in Südtirol, auf dem Berg Ritten, bei der Familie Pechlaner im Ansitz Hochegg. Den Juval "Glimmer" gab es zu selbstgemachten Topfenknödeln mit Bärlauchsauce: Vino da Tavola Bianco 2009. Ein kräutriger Wein, mineralisch, etwas Zitrus, Apfelnoten, glasklar. Ein weißer Südtiroler, der einfach Laune macht. Mit einem Hauch von Wiesenduft – genau das richtige für Wiesengenuss!

Rebsorten: „Fraueler & Blatterle“? Ehrlich gesagt, noch nie gehört. Ganz bestimmt autochthon.....(altgriechisch αὐτός autós „selbst“ und χθών chthōn „Erde“, also etwa „einheimisch“, „eingeboren“, „alteingesessen“, „bodenständig“ oder „an Ort und Stelle entstanden“. Nimmt man Deutschland als Gebiet, so ist der Riesling autochton. In Südtirol ist es der Vernatsch. Fraueler & Blatterle klingt jedoch nach wirklich seltenen Arten, fast schon nach "Rote-Liste“ Arten in der WeinKulturLandschaft).

Ein Wein, der mich sofort neugierig machte. Ich lese: ...abgefüllt von der Familie Aurich, Weingut Unterortlhof, Juval, Kastelbell, Italien.

Ah, JUVAL! - das Schloss von Reinhold Messner, dem Achtausender Bezwinger, und ein Weingut, das von einem Geisenheimer Önologen geführt wird - da will ich hin.

Was für eine Wanderung! Der Weg war weit, heiß und steinig. Steil ging es bergab – und bergauf. Südhang. Siebzehnhundertvierzig Meter über dem Tal, extreme Sonneneinstrahlung. Die heißesten Tage im Juli. Hundstage. Über 35 Grad Celsius im Schatten, welchem Schatten? Durch unter Naturschutz stehende Trockensteppen ging es entlang von Felsen durch Dornengebüsch. Felsige Wege, teilweise ausgesetzt. Dürre. Hitze. Alles nur einfach Steil. Gegenüber die Viertausender der Ortlergruppe. Hinter uns die Ötztaler, die Texelgruppe. Der Alpenhauptkamm. URGESTEIN. Granit und Gneis. Dazwischen ein liebliches Tal mit Apfelplantagen. Das Vinschgau. Nach vier, fünf Stunden durch diese Glut gingen wir an Stöcken wie an Krücken, stolperten über die Felsen, wollten schon aufgeben. Unten lag das grüne Tal, das Apfelparadies...... Doch dann endlich, Kastanienwälder, Schatten: der Waalweg! Alte Bewässerungskanäle säumen ihn mit sprudelndem, kühlem Bergwasser. Erleichterung. Abkühlung.

Schloß Juval


Und dann, endlich, nach ein paar Biegungen taucht es auf: Das Schloss Juval! Wie in einem Märchen lag es flimmernd vor uns: Reinhold Messners Castle. Mystisch.


Ein magischer Platz. Dort lebte vor rund 5000 Jahren der Mann aus dem Eis, besser bekannt auch als „Ötzi“, in einer jungsteinzeitlichen Siedlung. Doch das ist eine andere Geschichte. Auf diesem neolithischen Hügel steht nun seit ein paar hundert Jahren eine Burg, das Castel Juval, und das gehört Reinhold Messner.

Im Sommer lebt der Messner mit seiner Familie selbst dort. Das Museum mit der Tibetika Sammlung ist also leider geschlossen. Schade, aber ein Grund wieder zu kommen...man kann nicht alles haben.

Hmm, doch, fast! Im Buschenschank nebenan gibt es eine echte Südtiroler Brotzeit mit Speck und Graukäse und Kümmelbrot und Wein. Und in kleinen Gläsern Vernatsch und St. Magdalener. Ah, fantastisch. Nirgendwo schmeckt er köstlicher als dort in der Höhe. Dieser einfache Wein. Einfach? Er macht HIGH! Erst recht nach einer langen Wanderung. Wir sind glücklich.

Und was für ein Blick. Das Schloss. Tibetische Gebetsfahnen.....steinerne Löwen. Überall Buddhas. Und darunter Weingärten. Kleine Flecken, sauber an den Berg geklebt wie Patchwork. Das sind ja mal echte STEILLAGEN. Steiler als die steilsten Lagen an der Mosel - so wirken sie zumindest in der kristallklaren Bergluft. Wie ich erfahre, sind sie auch erst seit den 1990er Jahren dem Berg abgerungen worden. Dahinter muss schwere Pionierarbeit stecken. (Bilder: Juval früher, Juval heute)

Einzellagen



Einzigartige Lagen. Geringste Humusauflage. Darunter Urgestein. Uralter GNEIS. Dieses hauptsächlich aus Feldspat und Glimmer bestehende Gestein ist eines der ältesten der Erde und bis vier Milliarden Jahre alt. Die Rebe muss hier dann mal echt kämpfen. Sich tief verwurzeln, sonst wird sie weggespült, weggeweht oder von den Lawinen gefressen. Hier wachsen wahrhaft mineralische Weine - SALZIG, sagt man heute. Mineralsalzigkeit (im Feldspat des Gneis finden sich die Mineralien Barium, Kalium, Calcium, Natrium in Form von Salzen und Carbonaten).

Ziemlich euphorisch durch zwei Achtele (das muss die Höhenluft sein), machen wir uns auf den Abstieg. Der Straße entlang, die Reinhold Messner früher immer zum Training für die Achttausender herauf gejoggt ist. Auch diese Straße ist verdammt steil. Ich würde sie nicht einmal herunter joggen. Alles ist steil hier. Überall Felsen, Gneis. Steinig, wild, anstrengend und rauh.....GENIAL.


Endlich passieren wir das Weingut Unterortl von Gisela & Martin Aurich. Die beiden haben es seit 1992 von Reinhold Messner gepachtet. Vision und Pragmatismus und wohl auch viel Pioniergeist verbinden die Aurichs mit dem Extrembergsteiger. Da kommt er her der Wein: „Glimmer“ genannt. Und nicht nur der. Außergewöhnliche Weine werden hier produziert. Juval Rieslinge, die vor Mineralik nur so strotzen, Weißburgunder, Müller-Thurgau - und ein Wein mit dem Namen „Gneis“, der im Gemischten Satz gewachsen ist und sich aus Burgunderabkömmlingen zusammen setzt: Zweigelt, St. Laurent, Granoir, Gamaret und Blauburgunder. Zu etwas besonderem machen diese Weine wohl der steile Fels, das Urgestein. Das Extremklima, die Strahlung. Hüstel, man nannte das einst TERROIR.

Das Weingut "Unterortl" 

 

liegt hoch oben am Eingang vom Schnalstal unterhalb des Schlosses Juval von Reinhold Messner. Er hat den Unterortlhof im Jahr 1992 an Gisela und Martin Aurich verpachtet. In Aurich, der in Geisenheim Önologie und Brenntechnik studiert hat, fand er den idealen Partner auf dem Weg, den steilen Hängen des Schlossbergs hochwertige Weine abzuringen. So schreibt DER FEINSCHMECKER: "Aurichs Weine gehören zum Besten, was man hier finden kann: Der saftig-salzige Weißburgunder, der mineralische Riesling und der finessenreiche Blauburgunder." (Bookazine Nr. 20 "Südtirol kulinarisch")

Es geht weiter bergab, vorbei an den Weißburgunder Lagen und dem Müller-Thurgau, an Riesling und Blauburgunder....


"Auf 3,6 Hektar Rebfläche werden verschiedene Rebsorten gepflegt und kultiviert. Die praktisch geschlossene Lage schaut nach Süd/Südost, ist steil und überwindet einen Höhenunterschied von fast 250 Metern. Die Weinberge sind nach modernen Gesichtspunkten mit einer Stockdichte von 8.000 Reben pro Hektar angelegt, um hochwertige Weine mit gleichmäßig hohem Qualitätsniveau zu erzeugen. Die Steilheit Hügel von Juval erlaubt nur minimalen Einsatz von Maschinen, sodass die Bearbeitung zum größten Teil in Form von Handarbeit bewältigt wird. Der in unseren Lagen leicht erwärmbare Urgesteinsverwitterungsboden liegt auf Gneisfelsen. Das einmalige Kleinklima mit hohen Tagestemperaturen, kühlen Nächten und viel Luftbewegung trägt dazu bei, besondere Qualitätsweine zu produzieren. Der natürliche Lebensraum und unsere sorgfältige Arbeit an den Reben spiegelt sich in unseren Weinen der Rebsorten Weißburgunder, Riesling, Müller Thurgau und Blauburgunder sowie Zweigelt, St. Laurent, Garanoir, Gamaret wieder."

Meine Oberschenkel brennen. Die Hitze weiter unerträglich. ES GIBT EINFACH KEINEN SCHATTEN HIER an diesem steilen Südhang. Unten endlich Schatten und Sitzbänke: der Hofverkauf des Weinguts Unterortl im Vinschger Bauernladen. Hier gibt es die Produkte des Berges Juval - und hier finde ich ihn endlich wieder,


den GLIMMER....

"......ein Müller-Thurgau mit Anteilen der autochthonen Südtiroler Rebsorten Fraueler und Blatterle."

Der Fraueler 

ist eine Ur-Südtiroler Rebsorte. (Urgestein und Urrebsorte das passt).....Sie wächst gerne an den Hauswänden der alten Südtiroler Bauernhöfe und gilt als recht ertragreich. Mit einem feinen Duft nach Zitrusfrüchten, ihre Aromen sind eher vegetal ausgeprägt, und einer feinen Mineralität besitzt sie auch eine angenehme Fülligkeit. Der Name Frauerler bezieht sich wohl auf Friaul, wo er ursprünglich herkommen soll.

Der Blatterle 

gilt als Rebsorte, die eigentlich schon längst unter Artenschutz stehen sollte, denn es gibt sie nur noch in Restbeständen in Südtirol. Sie galt als bäuerlich und wenig gehaltvoll. Eine ja mal richtig autochthone Rebsorte. Ihr Namen leitet sich anscheinend nach dem österreichischen Ampelographen Hermann Goethe (1837-1911) von den etwas abgeplatteten Beeren ab. Die früh reifende Rebe neigt zum Verrieseln und wird heute nur mehr in kleinen Mengen von wenigen Winzern im Vinschgau kultiviert, so heißt es. Neben dem Unterortlhof, sind es der Gummerhof und Mayr-Nusser aus Bozen.

In den Wanderrucksack passen leider nur ein paar wenige Flaschen, wir fahren mit dem Bus zurück.....naja, den Wein kann man sicherlich auch bei uns kaufen. Pustekuchen! Der „Glimmer“ und der „Gneis“ sind tatsächlich „Rote-Liste-Arten“. Selten und hier fast nicht zu bekommen. Doch nächstes Jahr kommen wir wieder...


Sonntag, 29. November 2015

FARBE BEKENNEN! Enderle & Moll - Weinrallye #92

© wiesengenuss

Heute bin ich doch noch auf den Zug aufgesprungen, nachdem ich - viel zu spät - das Thema der November Weinrallye #92 gelesen habe: Farbe bekennen! Da fiel mir dann doch noch was ein...

Veranstalter dieses Mal ist Christin Jordan vom Blog “Hauptsache Wein“.

Mein Tunnelblick nach den letzten, beruflich bedingten Stresswochen weitet sich.... Auf meinem Küchentisch stehen zwei Weine, die mir vor ein paar Wochen Sven Enderle vom Weingut Enderle & Moll in Südbaden mitgebracht hat. Sie leuchten! Sie strahlen mich an mit ihrer Farbigkeit. Draußen ist alles grau und naßkalt, kein Ausflugswetter, eher ein Wetter für den Schaukelstuhl. Musik hören, kochen, Wein trinken. Soll ich sie aufmachen oder soll ich doch noch warten? Soll ich es mal ausprobieren, die Weine monatelang stehen zu lassen, um dann zu sehen, wie sie reifen? Ach, Sch.... drauf, ich mach sie auf!!! Die Neugier ist einfach zu groß. Geöffnet lass ich sie dann noch eine Weile kühl stehen, bin gespannt, wie sie sich dann entwickeln.... so war der Gedanke.

Fotografie © Rachel Wirth
Sven & Flo sind ja bekannt für die Vielschichtigkeit ihrer Weine, vor allem eben im Burgunderbereich, bei den Weißen wie vor allem auch beim Pinot Noir. Der Ausbau im burgundischen Stil. Sprich: "Kontrolliertes Nichtstun", was heißt, nachdem die Weine im Faß sind - in burgundischen Eichenfässern natürlich, gebrauchten Barriques - haben die beiden nichts mehr zu tun. Eigentlich.... Keine Kellertechnik, um die sich gekümmert werden muss, keine Kühlung, kein Abstechen, keine Filtration, keine Schönung - sie bleiben einfach auf der Vollhefe liegen, für viele Monate, im Faß. Und gären dort durch. Wann sie soweit sind, ihre gemütliche Kinderstube verlassen können, das liegt in der Hand und Kunst des Winzers - und in der Erfahrung der beiden: Florian Moll und Sven Enderle. 


Fotografie © Rachel Wirth









Zurück zu den beiden Farbstrahlern auf dem Küchentisch. Der "Müller" strahlt mich in sonniger Farbe strohgelb an, er moussiert noch leicht - der Burgunder Weiß & Grau ist dunkler, er strahlt in Orange mit einem Hauch graubraun. Helle durchsichtige Zwiebelschalenfarbe würde ich es nennen. Farben wie hier auf dem Bild von Rachel Wirth, entstanden an einem sonnigen Novembertag im Jahr 2013. Ich vergleiche auch gerne mit der Farbe reifer Weißburgunder Beeren. Durch die verlängerte Maischestandzeit hatten sie längeren Kontakt mit der Beerenhaut, daher die Farbe. Auf Schwefelung wurde weitgehend verzichtet. Das brauchen die Weine von E&M auch nicht, denn sie produzieren bei der Gärung genug eigenen Schwefel (man spricht von 1 bis 30 mg/l der "natürlicherweise" entsteht). Und die Tannine aus der Beerenhaut geben dem Wein nochmal zusätzliche Stabilität. Und dann gibt das Holzfass nochmal Tannine ab. Und die Lagerung auf der Vollhefe schützt ebenfalls vor Oxidation. Tannine = pflanzliche Gerbstoffe, und die sind ja bekanntlich ein natürliches Pflanzenschutzmittel, das die Rebe selber produziert und für Haltbarkeit und Schutz vor Mikroorganismen sorgt.

Foto: Ute Mangold
Fotografie © Rachel Wirth
Von "Kennern" wird ja immer behauptet, dass Wein ohne Schwefelzugabe, oxidieren würde, dann erzählen sie die Horrorgeschichten von Sauerkrautweinen, Mercaptanen, Essig und zitieren als Untermalung wissenschaftliche Studien. Nun ja als Biologin weiß ich, dass es zu jeder Studie auch eine Gegenstudie gibt - und vor mir steht sie, die leibhaftige Gegenstudie ;-) Sven interessieren die wissenschaftlichen Halbwahrheiten glücklicherweise nicht, auch mir mit meiner Tanninstabilitätstheorie hört er nur mit halben Ohr zu - er weiß ja wie seine Weine gemacht werden und wie gesund ihre Pflanzen sind! Und die liefern dann auch hervorragendes gesundes Beerengut. Vielleicht ein paar homöopathische Mittelchen zur Stärkung ab und an, konventionell gespritzt wird nicht. Der Boden bleibt weitgehend so wie er ist. Der Bewuchs oben drauf auch. Sie hatten das große Glück vor einigen Jahren einen Weinberg in Münchweier zu finden, der über Jahre, vielleicht Jahrzehnte in Ruhe gelassen wurde, sprich: er war verwildert. Darauf wuchs ein Spätburgunder. Der Klon? Unbekannt. Ein alter Weinberg, ne traditionelle Sorte, vielleicht aus Frankreich rüber gekommen? Der Rhein, die Grenze zum Elsass ist ja in Sichtweite. Frankreich  nur ein Katzensprung weit entfernt.

Foto: Ute Mangold
"Aufgrund der Entscheidung, unsere Rotweine im Laufe der Vinifizierung weder zu schönen, noch zu filtrieren, noch zu pumpen und sie auch während der gesamten 12-15 monatigen Lagerung in gebrauchten Barriques nicht abzuziehen oder umzulagern, wollen wir einen möglichst unmittelbaren Ausdruck der jeweiligen Rebflächen und Lagen incl. ihrer unterschiedlichen klimatischen Bedingungen erreichen..."

Da fällt mir ein, sie verwenden ja doch Filter ;-)
Doch nur für das Getier, das oben auf der Maische schwimmt...


Und nein, es sind keine "Orange Weine", sie lagen nur länger auf der Maische, sie sind aber nicht Maischevergoren. (Siehe auch mein Beitrag zum damaligen Symposium im Rheingau: Orange Wine - Maischevergorene Weißweine).





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MÜLLER 2014

Ich öffne die Flasche, leicht zu öffnen durch den Drehverschluss. Ein leichtes Plopp, er moussiert noch, ein paar kleine Hefereste am Flaschenboden. Er lässt sich leicht trinken, trotz seiner Vielschichtigkeit. Aromen von Quitte, Stachelbeere, ganz deutlich Bratbirne, aber ohne Butter (um mit Gampe zu sprechen), ein wenig Kräuter. Also, der Müller überlebt keine paar Tage im Kühlschrank, dazu ist er zu lecker. 

Das Etikett. Die mit dem Weingut befreundete Künstlerin Kim Howard hatte die richtige Intuition und genau die Farben auf das Etikett gebracht, die die Aromen des Müllers wiederspiegeln: Gelb steht für das reife Quittenaroma, Hellgrün für Stachelbeere und das Olivgrün für eine gewisse Kräutrigkeit: Stevia, Süßkraut, passt. Der Müller ist nicht ganz durchgegoren und hat noch etwas Restsüsse. Was ihm gut steht, denn durch die Reste von Gärkohlensäure besitzt er eine lustige Spritzigkeit.


WEIß & GRAU 2014 

Ich habs natürlich verpasst, Sven genauer über die Weine auszufragen, die er mir mitgebracht hat. Wir hatten auch anderes zu besprechen, private Dinge, wollten essen gehen und uns so mal austauschen einfach. Heute weilt er auf der #RAW Messe in Berlin und hat was besseres zu tun, als mir jetzt noch kurzfristig ein paar Fragen zu beantworten. Also klaub ich mir jetzt die Infos, die ich noch brauche, stückweise zusammen und trinke...
"Auch dieser Grauburgunder wurde von uns -genauso wie unsere Pinots und der Rose- mit Hilfe unserer Spindelpresse verarbeitet und anschließend in gebrauchte Barrique-Fässer gelegt. Dies und der geringe Ertrag prägen diesen Wein und geben ihm seinen eher milden, cremigen und mineralischen Charakter! In der Nase herrschen eher Aromen vor, die an Feuerstein und Zitrusfrüchte erinnern, die dann am Gaumen durch Quitten, Renekloden und nussige Aromen ergänzt werden..."
Und wie schmeckt er, mein Eindruck...? Erster Gedanke: "Mist! Es war doch Jungfrauenmord" :-( Natürlich viel zu früh aufgemacht. Auch er moussiert noch, die Hefe hat sich noch nicht ganz abgesetzt. Ich habe den Burgunder bei der Arbeit gestört!! Er ist empört und zeigt sich erstmal von der unfreundlichen Seite. Ich lasse ihn wirken.....im Mund entwickeln sich erste Aromen, keine fröhliche Primärfruchtigkeit, eher verhalten, streng, fordernd, ein wenig bitter. Quitte, Renekloden, das Weiße in den Zitrussschalen.... eine feine Länge entwickelt sich...Okay, ich lasse ihn ruhen und probiere morgen weiter.


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Die beiden Winzer bekennen Farbe, ja! #weingegenrassismus

© Weingut Enderle-Moll


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Die Weinrallye ist ein derzeit monatlich stattfindendes Blogevent. Jeweils ein anderes Blog bestimmt ein Thema und ruft die Blogosphäre dazu auf, zu diesem Thema einen Artikel zu verfassen. Sinn und Zweck einer Weinrallye ist einzig und alleine der Spass und die Motivation schöne Themen aufzuarbeiten.

Dienstag, 7. April 2015

GEORG & MARTIN FUSSER - LAGENWEINE und zwei Newcomer aus der Pfalz



TERROIR - das Wort laut ausgesprochen und schon geht ein Gespenst um in der Weinszene...
Benutzt man diesen Begriff, kann man davon ausgehen, dass er sofort heftige Diskussionen bei den Mitgliedern aller Weinforen auslöst. Was versteht man darunter? Kann man Steine schmecken? Wie kommen die Mineralien in die Beere? Nach einer solchen Diskussion habe ich mich vor einiger Zeit mal intensiver mit dem Thema auseinander gesetzt und meine Sichtweise versucht darzustellen: Mineralität, Salzigkeit oder alles nur Chemie..?. Versucht, darzustellen. Doch es gibt immer wieder neue wissenschaftliche Erkenntnisse dazu. Aber, bisher immer noch keine, die erklären, wieso Weine aus bestimmten Lagen eine gewisse Typizität haben.

Jenseits aller wissenschaftlicher Erkenntnisse ist für mich ist der Begriff - ich wage ihn schon fast gar nicht mehr zu erwähnen - immer eng mit der Seele des Winzers verbunden. Ja, mit dem Winzer! Der wird bei der ganzen Lagendiskussion oft vergessen, dabei ist er es, der letztendlich das Kunstwerk aus dem Rohstoff, den die Lage und die Rebe vorgibt, schafft. Den von Hugh Johnson geprägten Satz habe ich persönlich verinnerlicht und kann nix mehr dagegen machen. ;-)
"Der Begriff " Terroir " umfasst die gesamte Ökologie einer Weinbergslage, alle ihre Aspekte vom Felsuntergrund bis hin zu Spätfrösten und Herbstnebel, ja auch die Weinbergspflege und schließlich auch die Seele des Winzers."


LAGENTYPIZITÄT

Soll heißen, der Weinbergboden ist so eine Art Festplatte, dort sind Daten wie der Gesteinsuntergrund und die Mineralienzusammensetzung in Kombination mit dem Abbau durch Bodenlebewesen gespeichert. Doch auch die Weinberglage, ihre Topografie, die Hangneigung und Standortfaktoren wie Niederschlagsmenge, Temperaturunterschiede spielen eine wichtige Rolle für die Ausprägung und Zusammensetzung des Saftes, der in den Beeren bestimmter Reben heranwächst und schließlich im Keller zu Wein vergoren wird. Oder basiert das Geheimnis des Terroirs doch nur auf Bakterien?

Jenseits aller Diskussionen wie groß der Einfluss des Terroirs, der Lage auf den Wein ist und welchen Anteil die Kunst des Winzers an seiner charakteristischen Ausprägung hat, sind bestimmte Lagentypizitäten einfach schmeckbar. Neulich auf der Weinmesse Pfälzer LagenArt auf dem Hambacher Schloß im März 2015 zog sich beispielsweise ein gewisser kreidiger, würziger, karger leicht bitterer Grundton durch alle Weine, die vom Landschneckenkalk der KLEINEN KALMIT (bei Ilbesheim, Südliche Weinstraße) stammten. Sei es bei Ackermann, bei Pfirmann, Kranz oder bei Sven Leiner. Alle hatten diesen Biss und den Grundton. Die Endprodukte auf der Flasche, die Rieslinge, Weiß- oder Grauburgunder, waren jedoch jenseits des gemeinsamen Grundtons so unterschiedlich wie die Rebsorten und die Winzercharaktere, die diesen Wein ausbauten. Jeder mit einem ganz eigenen Stil. Es ist die von Hugh Johnson beschriebene "Seele des Winzers", die dem Wein die ganz charakteristische Ausprägung gibt.


VIEL GERÜHMTE WEINBERGSLAGEN

Nun von der Kleinen Kalmit in der Südpfalz zur MITTELHAART, dem bekanntesten Kernstück der Pfalz. Sie beginnt nördlich von Neustadt an der Weinstraße. Bekannt ist dieses Gebiet vor allem durch die Weinbauorte Deidesheim, Bad-Dürkheim, Wachenheim und Forst. Und durch Helmut Kohl.
Seit Bismarcks Zeiten spricht man geradezu ehrfürchtig von den "drei Großen B´s", also den Weingütern Bürklin-Wolf, Reichsrat von Buhl und Geheimer Rat Dr. von Bassermann-Jordan, die sowohl qualitativ als auch von der Fläche her zu den ganz Großen der Pfalz gehören. Und neuerdings auch wieder vom ebenfalls traditionsreichen Weingut von Winning, das früher Dr. Deinhard hieß und zusammen mit von Buhl und Bassermann-Jordan in Deidesheim ansässig ist. Unter der Leitung des Geschäftsführers Stephan Attmann bringt von Winning große Rieslinge mit ganz eigener Stilistik hervor. Zu Recht "gehyped", wobei der Einsatz von neuem Holz beim Riesling nicht jedermanns Sache ist.

Gerühmt und berühmt sind auch die Weinbergslagen an der Mittelhaart mit großen Namen wie das Forster Ungeheuer, einer Einzellage, die schon der Reichskanzler Fürst Otto von Bismarck Ende der 1880er Jahre mit dem Satz „Dieses Ungeheuer schmeckt mir ungeheuer.“ gewürdigt hat.
Auch das Forster Kirchenstück und der Forster Pechstein (mit seltenen Basaltgesteinen vom Pechsteinkopf, einem uralten Vulkan). Vom Weinjournalisten Stuart Pigott mal als die "Grand Cru Lagen der Pfalz" bezeichnet.

Bekannt sind auch der Ungsteiner Herrenberg und der Weilberg, hier findet man die eher im Mittelmeerraum beheimateten und in der Pfalz ganz seltenen Terra Rossa Böden

Kalk ist ebenfalls eher selten in der von Buntsandsteinböden geprägten Pfalz. Kalkböden findet man beispielsweise im Kallstadter Saumagen, einer Einzellage, in der die Reben auf einem Untergrund aus Lösslehm und Kalkmergel stehen. Die seltenen Kalkböden findet man auch noch ganz im Süden - eben auf der oben erwähnten Kleinen Kalmit - oder ganz im Norden in Bockenheim und Kindenheim und Asselheim und im Zellertal. Und dann noch im Reiterpfad, an der Mittelhaart...



GEORG und MARTIN FUSSER, Niederkirchen bei Deidesheim

Und ganz am Rande - oder doch inmitten - dieser berühmten und bekannten Namen und Weinbergslagen an der Mittelhaart gibt es nun zwei Brüder aus Niederkirchen bei Deidesheim, die still und heimlich (noch..) große Weine mit einer Eleganz und feinen Länge produzieren. Wenige. Ein sehr junger Betrieb. Die beiden um die 30 Jahre alten Brüder Georg und Martin Fußer haben sich während unseres Studiums in Geisenheim dazu entschlossen, einige Weinberge aus dem großen elterlichen Betrieb auszugliedern und selbst zu kultivieren. Mit ihrer ganz eigenen Philosophie und Idee. Ihre erste Kollektion entstand mit dem Jahrgang 2007.
Riesling rules! Auf der LAGENART sind sie uns aufgefallen inmitten all dieser großen B's, den Geheimräten und den von und zu's. Nun ja, sie verfügen auch über ebenfalls nicht so ganz unberühmte Weinlagen wie die Mäushöhle, den Paradiesgarten und den Ruppertsberger Reiterpfad. Daraus machen sie ihre Lagenweine No. 1, zwei Rieslinge und ein Spätburgunder. Die Ortsweine heißen Deidesheimer Riesling und Ruppertsberger Riesling.

No. 1 REITERPFAD 2013, Riesling trocken, 13% Alk.

Eine Weinlage, aus der auch das Weingut Reichsrat von Buhl große Rieslinge zaubert. Eine Große Gewächs Lage. Es handelt sich um eine Terrassenlage - ca. 130 m über NN. Der Untergrund besteht aus Buntsandstein mit Kalkeinlagerungen. Der Reiterpfad liegt entlang eines Weges, auf dem einst die Römer mit ihren Pferden zogen. Er ist ringsum durch eine Mauer geschützt, wodurch ein einzigartiges Mikroklima von fast mediterraner Mildheit entsteht.
Das Ergebnis ist ein feinbalancierter Wein mit einer schönen länge. Kraftvolle Präsenz. Ein super Wein! (ab Hof 14,50 Euro)

PARADIESGARTEN 2013, Riesling trocken, 13% Alk.

In Kern ebenfalls eine Große Gewächslage mit Süd-Ost-Hanglage. Sie geht von 120 bis 170 m über NN. Rote und gelbe Buntsandsteinverwitterungsböden. als Garten Eden in Deidesheim beschrieben. Nachmittags fließt vom Waldrand ein warmer Luftstrom durch den Weinberg, der so dafür sorgt, dass die Reben immer gut durchlüftet sind und Feuchtigkeit abfließt.
Ein fruchtiger feiner Wein, zitronige Anklänge, harmonisch und inspirierend. Die ganze Flasche trinkt sich locker an einem warmen Frühlingsnachmittag auf dem Balkon weg. (ab Hof 12,00 Euro)





WEINLAGEN-INFO

Wer sich für die Lage der Weinlagen interessiert, kann sie auf der Webseite Weinlagen-Info direkt anklicken.

"Weinlagen-Info ist für Leute, denen es nicht egal ist, wo der Wein wächst den sie trinken. Weinlagen-Info wurde von einer Gruppe privater Weinliehaber erstellt, um geographische Informationen zu Weineinzellagen frei verfügbar zu machen. Die Informationen wurden von verschiedenen Autoren erstellt. Die Seite kann kostenlos und ohne Anmeldung genutzt werden."

Paradiesgarten in Deidesheim



Ruppertsberger Reiterpfad (auf Riesling.de mit Beschreibung und Karte)





BUCHEMPFEHLUNG

Wer mehr über die GRUND-LAGEN des Pfälzer Weins erfahren möchte, dem sei dieses Buch empfohlen.

TERRA PALATINA - Von den Grund-Lagen des Pfälzer Weins



Gernot Kollmann - Immich Batterieberg

"Die schönste Zeit...". Wann war denn nochmal das Konzert von Bosse beim Weingut Immich-Batterieberg?? fragte ich Gernot Kollmann ...